Unser Robbi   

 

Er war unser Kind, Kumpel, bester Freund.

Wir vermissen ihn so sehr!

 Wie Robbi zu uns kam, habe ich ausführlich hier auf seiner Webseite erzählt. Ziemlich bald, nachdem er bei uns eingezogen war, habe ich Fotos und Berichte von Erlebnissen, Ereignissen und Anekdoten festgehalten mit dem Ziel, bloß nichts zu vergessen. Heute freue ich darüber, dass meine Erinnerungen beim Stöbern wach werden. Ich habe zwar immer nur das aufgeschrieben und gezeigt, was ich in der Öffentlichkeit des Netzes vertreten konnte, doch für meine eigenen Rückblicke ist das ausreichend, denn die Details kommen von allein in meinen Kopf.

 Robbi war von Anfang an ein unkomplizierter, freundlicher und intelligenter Hund. Er musste nicht erzogen werden. Man musste ihm nur verständlich machen, was man wollte, und schon tat er es. Ich erinnere mich, dass ich ihm, noch ganz klein, einen Tagesspiegel ins Maul legte und ihm bedeutete, er solle ihn die Treppe hinauf zu Herrchen bringen. Prompt lief er hoch, sprang ins Bett und legte sie Günter auf den Bauch. Ähnliche Überraschungen erlebten wir oft mit ihm.

 Er ließ sich, ohne sich zu zieren, Halsband, Geschirr oder Mäntelchen anlegen. Er zog nicht an der Leine. Er fühlte sich schapendoeswohl bei uns und verteilte Liebe und Aufmerksamkeit gleichmäßig auf seine beiden Menschen.

 Robbi liebte überhaupt Menschen mehr als seine Artgenossen. Zwar tobte und rannte er gern mit Hunden um die Wette, doch engere Kontakte wie das Balgen, was andere Hunde so lieben, mochte er gar nicht und zog sich zurück. 

 Auch anders als die meisten Hunde mochte er nicht mit dem Ball spielen. Werfen lassen und zurückbringen - einmal, zweimal vielleicht - und das wohl mehr, um mir einen Gefallen zu tun. Seinen Softfußball jedoch mochte  er gern mit der Schnauze zurückschießen, wenn ich ihn ihm zuwarf. Frisbyscheiben bitte nur aus weichem Material! Und Plüschtiere. Viele Plüschtiere. Bei Robbi gingen keine davon kaputt, wenn er sie durch die Gegend trug und in die Spielkiste räumte. So hatte er sie alle bis an sein Lebensende. Anfangs kannte er sie alle mit Namen, doch wir vernachlässigten dieses Spiel zugunsten anderer, und so vergaß er einen großen Teil. Weil sich im Laufe der Zeit immer mehr davon ansammelten, verschenkte ich einige, frisch gewaschen, an Kinder. 

 Robbi lag immer bei mir: auf dem Bett, bis ich aufstand, und wenn ich Yoga machte. Er lag draußen neben der Liege, wenn ich las. Er schaute um die Ecke, wenn ich zu lange im Bad war: "Bist du nicht bald fertig?" Er wartete am Treppenabsatz: "Kommst du endlich?", stoppte auf der Treppe, wenn ich zurückging, um noch ein Taschentuch zu holen, und rannte los, wenn ich endlich runterging. Wir waren ein tolles Team. 

 Mittagschlaf machte er mit Günter. Ohne Robbi wurde auch keine Anhängerladung Laub weggebracht. Überhaupt fuhr Robbi gerne Auto, am liebsten auf dem Beifahrersitz. Bei Tante Kükemück kaufte Günter oft ein und vergaß nie die Wurstscheiben oder Schabefleisch für sein Hundchen, was sehnsüchtig auf dem Fahrersitz wartete und für Erheiterung bei Passanten sorgte.

 Solche Rituale gab es viele. Nach dem weichen Hauptfutter bekam er immer drei harte Straußensticks zum "Zähneputzen". Schließlich mussten die Zähne ja auch etwas zu tun haben, um gesund zu bleiben. Das war gelungen, denn seine Zähne wurden bis zum Schluss bewundert.                                            

 Jeden, wirklich jeden Abend setzte sich Robbi vor mich hin und schaute mich unablässig an. Ich wusste, was er von mir wollte, doch ich ließ ihn immer ein bisschen schmoren. Nach einiger Zeit brummte er einmal, ganz leise. Hat sie das nicht gehört? Also noch einmal, jetzt etwas lauter, aber noch zaghaft. Bis er einmal ungeduldig bellte, brauchte es ziemlich lange. So lange wartete ich selten. Endlich stand ich auf, und Robbi kriegte sich vor Freude gar nicht ein. Ich holte aus dem Leckerchenschrank zwei Aldistangen und teilte sie in kleine Stückchen. Jetzt musste er in den Flur hinaus. Ich schloss die Tür und versteckte die Leckerbissen im Wohnzimmer. Dann schoss Robbi ins Zimmer und begann zu suchen. Ich bemühte mich, jeden Tag neue Verstecke zu finden, was gar nicht so einfach war. Robbi fand alle in Windeseile. Dann bekam er zum Schluss noch ein Extrawürstchen und wusste, dass das Spiel vorbei war. Zufrieden zog er sich zurück.

-es geht demnächst weiter-